Gesundheitstag für Gymnasiallehrkräfte

Wenig Zeit für viele Aufgaben, umfangreiche Lehrpläne, betreuungsintensive Schülerinnen und Schüler, sowie fehlende Fachlehrkräfte, Erholungspausen und Nebenräume: Psychische Belastungen für Lehrkräfte sind vielfältig und oft schwer zu reduzieren. Vor diesem Hintergrund ging es beim Gesundheitstag eines Gymnasiums um das Thema Resilienz: Was können Lehrkräfte tun, um die eigene Gesundheit zu stabilisieren und den Spaß bei der Arbeit zu erhalten?

Nach einer kurzen theoretischen Einführung zur Entstehung von Stresserleben konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Workshop selbstständig Übungen zur Resilienzstärkung auswählen und ausprobieren, z.B. progressive Muskelrelaxation oder eine mentale Strategie zum Umgang mit akuten Stresssituationen. Die Lehrkräfte reflektierten ihre individuelle Belastungssituation und äußerten verschiedene Problemstellungen. Unter anderem müssen sie mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen, spontane Vertretungsstunden organisieren, haben wenig Zeit für Erholung und stehen dann vor der Aufgabe, Schülerinnen und Schüler mit teilweise unterschiedlichen Voraussetzungen und Ansprüchen zu motivieren. Wie lösen sie nun diese Herausforderungen? Auch darüber haben wir gesprochen. Schritt 1 ist Ruhe bewahren und emotional abzukühlen. Dazu haben die einzelnen Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam ihre Ideen zusammengetragen, z. B. ein Fenster öffnen, sich in abgegrenzte Räume zurückziehen, Kaffee trinken, nach sozialer Unterstützung suchen, durchatmen oder an die frische Luft gehen. Im 2. Schritt geht es darum, die Situation und ihre Folgen zu verändern, z.B. zeitlich voraus zu planen, auf sich selbst zu vertrauen, für Vertretungsstunden etwas fach- und klassenstufenübergreifendes in der Hinterhand zu haben oder den eigenen Anspruch dieser Stunden auf ein realistisches Maß zu senken. Auch technische Geräte in der Freizeit auszuschalten – um auch mal nicht erreichbar zu sein – kann die Erholung unterstützen.

Rückblickend ging es in den Workshops um Probleme, die in dieser oder ähnlicher Form auch in anderen Schulen bestehen. Persönliche Umgangsstrategien sind ein erster Schritt zur Entlastung. Sie unterstützen die Lehrerinnen und Lehrer in ihrem Alltag. Damit ist es aber noch nicht getan. Es braucht an vielen Stellen auch eine Veränderung der Rahmenbedingungen, um langfristig die Gesundheit der Lehrkräfte zu erhalten.

Dieses Projekt wurde betreut durch

Dr. Uwe Debitz

und Jenny Grescho


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